Büsum: Ohne ein Schöpfwerk geht es nicht
Deichversammlung in Windbergen / Nutrias breiten sich aus
Windbergen/Hemmingstedt, 13.11.2025 – Der Anstieg des Meeresspiegels und Starkregenereignisse sind die maßgeblichen Faktoren, die die Entwässerung im Einzugsgebiet des Sielverbandes Büsum immer mehr erschweren. Bislang gelangt das Regenwasser über Kanäle in das Hafenbecken und dann durch das Sperrwerk in die Nordsee. „Wir haben verschiedene Szenarien betrachtet. Dabei wurde deutlich, dass wir um den Bau eines Schöpfwerkes nicht mehr herumkommen“, berichtete Verbandbaumeister Jörg Daniel auf der Deichversammlung des Deich- und Hauptsielverbandes Dithmarschen (DHSV).
Zu Beginn der Versammlung hatte Hauptverbandsvorsteher Peter Matthias von Hemm die Mitglieder und Gäste begrüßt. Besonders willkommen hieß er die neuesten Sielverbandsvorsteher Thorsten Hölck (SV Wardammskoog), Denis Dohrn (SV Burg-Kudensee) und Hermann Hanssen (SV Eddelak). Anschließend überbrachte Landrat Thorben Schütt die Grüße des Kreises und versprach Unterstützung bei drängenden Themen wie zum Beispiel die Bejagung von Nutrias, den Bau eines neuen Schöpfwerkes Brunsbüttel-Süd und die Verschärfung der naturschutzrechtlichen Anforderungen an die Gewässerunterhaltung.
Bei diesem Thema gab es auch die längste Diskussion. Nach Planungen des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur soll der Vollzugserlass deutlich verschärft werden. In einer Stellungnahme hatte der DHSV sich gegen die Änderungen ausgesprochen. Danach darf das Ausmähen der Gräben erst ab dem 1. September statt wie bisher ab dem 15 August begonnen werden. Diese Verlängerung der Ausschlussfrist gefährdet den Hochwasserschutz im Verbandsgebiet.
„Wenn es wirklich zu den geplanten Änderungen des Vollzugserlasses kommt, können wir unseren eigentlichen Aufgaben nicht mehr so nachkommen wie bisher“, gab DHSV-Geschäftsführer Matthias Reimers zu bedenken.
Auch Nutria machen den Verbänden zu schaffen. Das ursprünglich aus Südamerika stammende Nagetier breitet sich aus und versursacht durch Gänge und Höhlen nicht nur in den Deichen, sondern auch an den Grabenböschungen große Schäden. Ähnlich wie beim Bisam zahlt der DHSV den Jägern für jedes erlegte Tier fünf Euro.
Unterdessen sind die Arbeiten im Rahmen der Sanierung von Schöpfwerken vorangetrieben worden. Während beim Schöpfwerk Brunsbüttel-Nord ein großer Schaden an einer Pumpe aufwendig repariert werden musste, schreiten die Planungen in Brunsbüttel-Süd voran. Die Sanierungsarbeiten in Schülpersiel sind mittlerweile abgeschlossen worden. Überholt und weiter ertüchtigt werden muss auch das Schöpfwerk Nesserdeich, das noch aus dem 1960er Jahren stammt.
Eine Besonderheit stellt das Schöpfwerk Kudensee dar: Im Rahmen eines Pilotverfahrens wurde eine herkömmliche Pumpe durch eine fischschonende Pumpe ersetzt. So soll sichergestellt sein, dass Fische überleben, die durch die Anlage angesaugt werden. Das System ist bereits installiert und wird zurzeit getestet.
Der DHSV setzt verstärkt auf moderne Techniken. Immer mehr Bescheide werden als E-Rechnung versandt, auch um die gestiegene Unzuverlässigkeit des Postweges zu umgehen. Darüber hinaus wird geprüft, inwiefern Künstliche Intelligenz bei der Optimierung der Verwal-tungsprozesse eingesetzt werden kann. Auch Drohnen gewinnen an Bedeutung; sie werden unter anderem zur Überwachung der Mitteldeiche regelmäßig eingesetzt.
Neu ist zudem ein weiterer Ausbildungsgang beim DHSV: Der Hauptverband bildet zusätzlich zum Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker/in und Verwaltungsfachangestellte/r ab 2026 den Beruf der Kaufleute für Büromanagement aus.


DHSV-Hauptverbandsvorsteher Peter Matthias von Hemm (2.v.li.) mit drei neunen Sielverbandsvorstehern: Thorsten Hölck (li.), Denis Dohrn und Hermann Hanssen (re.). (Foto: Kienitz)



