Sielverbände vor großen Herausforderungen

Deichversammlung in Albersdorf / Zunehmende Bebauung, Verschlickung der Eider und Moorsackungen werden den Abfluss des Wassers erschweren

Albersdorf – Nicht nur der Klimawandel stellt den Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen (DHSV) und seine Mitgliedsverbände vor große Herausforderungen. Die zunehmende Verschlickung der Eider, erhebliche Moorsackungen im Bereich der Miele- und Windberger Niederung und die zunehmende Flächenversiegelung durch Baumaßnahmen in den Ortschaften sorgen dafür, dass der Abfluss des Regenwassers erhöht wird. Darauf machte DHSV-Geschäftsführer Matthias Reimers auf der jüngsten Deichversammlung in Albersdorf aufmerksam. „Sachverhalte, die früher selbstverständlich waren, werden jetzt immer häufiger hinterfragt. Und wir müssen uns auf weiter höchst unterschiedliche Niederschlagsmengen einstellen, wie der extrem nasse Herbst 2017 und der extrem trockene Sommer 2018 gezeigt haben“, erläuterte Reimers den Delegierten aus 44 Mitgliedsverbänden.

Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck betonte indessen die gute Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und der Kreisverwaltung. „Egal was kommen mag, wir werden die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern“, sagte der Landrat in seinem Grußwort. Zuvor hatte Hauptverbandsvorsteher Peter Matthias von Hemm insbesondere die hauptamtlichen Mitarbeiter des DHSV gelobt und auf die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres hingewiesen, die dann anschließend von den Experten im Detail erläutert wurden.

Verbandbaumeister Jörg Daniel ging dabei vor allem auf den Umbau des Sieles Steertloch zu einem der modernsten Schöpfwerke Deutschlands ein. Anhand von Fotomaterial ließ er den Bau von Februar bis Dezember Revue passieren. Zum Schluss brachte er ein Bild, dass die bereits stark verlandete Nordsee vor dem Deich zeigte. Dadurch werde deutlich, wie wichtig dieser Umbau gewesen sei. Jens Karstens, technischer Leiter des DHSV, berichtete von den Bemühungen, die Unterhaltungsarbeiten an den großen Gräben so naturschonend wie möglich durchzuführen. Dabei appellierte er an die Landwirte, die Schilfstreifen an der Böschung, die eigens stehengelassen würden, nicht im Nachhinein abzumähen. Grundsätzlich würden die Mäharbeiten nicht vor dem 15. August durchgeführt, unter anderem um brütende Vögel nicht zu stören. Entlang der Hauptwasseradern gebe es jedoch auch Ausnahmen um den geregelten Abfluss des Wassers nicht zu gefährden.

Verwaltungsleiter Uwe Vornheim stellt die Umsätze des DHSV dar. Besonders der Aufwand durch Tarifsteigerungen und EDV-Kosten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hinzu kommen Stromkosten für den Betrieb der Schöpfwerke. Im regenreichen Jahr 2017 lagen diese deutlich höher als zuvor. Hinsichtlich der Investitionen für 2019 ging Vornheim vor allem auf die Arbeiten am Helser-Kattrepler Fleth sowie Schülper und Warwerorter Kanal ein. Außerdem steht die Sanierung des Schöpfwerks Josenburg auf dem Programm.
In weiteren Wortbeiträgen stellte sich Jan Rabeler aus Tönning als neuer Vorsitzender des Marschenverbandes vor und dankte seinem Vorgänger Hans-Rudolf Heinsohn für dessen geleistet Arbeit. Als Vertreter des gastgebenden Sielverbands „Obere Gieselau“ betonte Verbandsvorsteher Hans Hermann Karstens unter anderem die hohe Wasserqualität im Einzugsgebiet der Gieselau, die es auch anspruchsvollen Fischen wie der Bachforelle ermögliche, dort zu leben.

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Aufmerksam verfolgten die Delegierten und DHSV-Mitarbeiter die Vorträge der Experten vom Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen. (Foto: Kienitz/DHSV)