marschenverband-vorsitzende

Freundschaftliche Staffelübergabe:
Jan-Jürgen Rabeler (li.) folgt Hans-Rudolf Heinsohn als Vorsitzender des Marschenverbandes Schleswig-Holstein.
(Foto: Kienitz/Marschenverband)

 

marschenverband-vorstand-002

Der neue Vorstand des Marschenverbandes Schleswig-Holstein (v. li.): Prinz Udo von Schoenaich-Carolath-Schilden, Peter Matthias von Hemm, Sönke Thomsen, Jan-Jürgen Rabeler und Jan Albrecht.
(Foto: Kienitz/Marschenverband)

 

 

 

Marschenverband Schleswig-Holstein unter neuer Führung

Jan-Jürgen Rabeler aus Tönning zum neuen Vorsitzenden gewählt / Hans-Rudolf Heinsohn scheidet nach zehn Jahren aus Vorstand aus / Forderung: Wasser- und Bodenverbände bei baulichen Planungen von Beginn an beteiligen

Der Marschenverband Schleswig-Holstein hat einen neuen Vorstand. Jan-Jürgen Rabeler aus Tönning löste bei der Mitgliederversammlung am 28.03.2018 in Wöhrden Hans-Rudolf Heinsohn ab, der nach zehn Jahren aus Altersgründen aus diesem Amt ausschied. „Du warst stets ein Mann der klaren Worte, der offen für alle Themen ist und das Vertrauen der Mitglieder genießt“, sagte Matthias Reimers, Geschäftsführer des Marschenverbandes zu Heinsohn, der zum letzten Mal den Vorsitz der Versammlung übernommen hatte. Der Verband vertritt die Interessen der Niederungen in Schleswig-Holstein, wenn es um wasserwirtschaftliche Fragen geht.

Mit Jan-Jürgen Rabeler ist eine Verjüngung des Vorstands eingeleitet worden. Der 47-jährige ist Landwirt und zudem Oberdeichgraf des Deich- und Hauptsielverbandes Eiderstedt. Ihm stehen als 1. Stellvertreter Jan Albrecht (DHSV Südwesthörn-Bongsiel) und als 2. Stellvertreter Peter Matthias von Hemm (DHSV Dithmarschen) sowie als Beisitzer Sönke Thomsen (Eider-Treene-Verband) und Prinz Udo von Schoenaich-Carolath-Schilden (DHSV Haseldorfer Marsch) zur Seite. Ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschieden sind Heinrich Marx und Hans-Hermann Magens.

Zuvor hatte Matthias Reimers die Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres erläutert. Im Mittelpunkt stand dabei die offizielle Übergabe des Berichts „Weitblick Wasser“, der gemeinsam mit dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände erarbeitet worden war, an das Landwirtschaftsministerium sowie die Präsentation vor dem Agrar- und Umweltausschuss in Kiel. „Das Wetter, insbesondere die starken Regenfälle in der zweiten Jahreshälfte, hat unsere Anliegen dabei noch einmal mehr als verdeutlicht und unterstrichen“, erklärte Reimers. Neben der Beteiligung an zahlreichen überregionalen Arbeitsgruppen wie zum Beispiel dem Forum Tideelbe wurde auch die Umsetzung der EU-Hochwasserrahmenrichtlinie in einem Arbeitskreis diskutiert. Nach Ansicht von Matthias Reimers birgt die Richtlinie eine Aufwertung der professionell geführten Verbände, ist aber auch mit neuen Herausforderungen verbunden. So sind bei vielen kommunalen Vorhaben entsprechende wasserwirtschaftliche Stellungnahmen abzugeben. „Bevor überhaupt der erste Bleistiftstrich gezogen wird, sollte man uns fragen“, lautete dann auch eine Forderung aus den Reihen der Mitglieder. Nur so könnten die Belange der Wasserwirtschaft zum Beispiel bei der Planung eines Baugebietes berücksichtigt werden.

Lobende Worte gab es auch für die Bürgermeisterin von Wesselburener Deichhausen, Tammy Wittmaack. Als Dank für ihren Einsatz im Zusammenhang mit dem Projekt „Wind für Wasser II“ überreichte Reimers ihr einen Blumenstrauß. Das Thema spielte auch in der Abschiedsrede von Hans-Rudolf Heinsohn eine wichtige Rolle. Er zeigte sich begeistert von der guten Zusammenarbeit bei diesem Projekt. Auch die Feier zum 80-jährigen Bestehen des Marschenverbandes ließ er noch einmal Revue passieren.

 

Der Marschenverband Schleswig-Holstein e. V.

Der Marschenverband wurde in der Zeit größter wirtschaftlicher Not Anfang der 1930-er Jahre gegründet. Seit dieser Zeit wahrt er die gemeinsamen Interessen der Marschengebiete Schleswig-Holsteins im Zusammenhang mit der Beherrschung des Wassers außerhalb und innerhalb der Deiche. Obwohl seine Mitgliedsverbände den Status einer öffentlichen Körperschaft haben, ist der Marschenverband selbst ein eingetragener Verein. Er vertritt 193 einzelne Wasser- und Bodenverbände und weist eine Fläche von insgesamt 424.966 Hektar zwischen Hamburg und der dänischen Grenze auf.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Verband wesentlich zu strukturellen Veränderungen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste beigetragen. Neben dem Deichschutz spielte der Ausbau der Entwässerungsanlagen in den Marsch- und Niederungsgebieten, die den nachteiligen Tideeinwirkungen der Nordsee unterworfen sind, eine große Rolle in der verbandlichen Arbeit.

Mit der Gesetzgebung im Jahr 1971 ging die Aufgabe des Baus und der Unterhaltung der Deiche an das Land Schleswig-Holstein über. Die Zielsetzungen des Verbandes blieben jedoch unverändert; er sieht sich auch heute noch als wichtiger beratender Faktor in Sachen Küstenschutz. Im Bereich Naturschutz sind der Marschenverband und seine Mitglieder bestrebt, ökonomische und ökologische Erfordernisse in Einklang zu bringen. Die Geschäftsführung des Marschenverbandes liegt beim Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen.